Bierhefe, früh genutzt und spät erforscht.

Aktualisiert: 7. März 2019



Bierhefe taucht schon in den historischen Schriften der Babylonier und Ägypter auf, die bereits ein eigenständiges Gewerbe für die „Braukunst“ hatten. Und auch von einer Neigung der Germanen zum Bier weiss man zu berichten.

Denn als diese sesshaft geworden waren, widmeten sie sich dem Ackerbau und damit auch der Herstellung von Bier aus Getreide.

Eine verfeinerte „Braukultur “ entwickelte sich jedoch erst unter den Griechen und Römern. Und ab 1000 n.Chr. übernahmen die Klöster fast ausnahmslos das Bierbrauen. Das Wesen der Gärung war damals allerdings noch ein einziges Rätsel bzw. selbstverständliches „Wunder der Natur“.


Für die Hintergründe der Gärung interessierten sich erst Ende der 16. Jahrhunderts allmählich die ersten Wissenschaftler. Anno 1837 stellte C. Cagniard-Latour fest, dass Hefen “pflanzlicher Natur” und nicht die Folge, sondern Ursache der Gärung seien. Und als L. Pasteur sich zwanzig Jahre später mit systematischen Hefe-Stoffwechselversuchen beschäftigte, war das Brauereigewerbe bereits eine Grossindustrie. Den letzten und entscheidenden Schritt begründete E. C. Hansen mit seiner Feststellung, dass es nicht nur einen, sondern viele verschiedene Hefepilze gibt, die auch ganz unterschiedliche Gärungsprodukte erzeugen


Dadurch war es möglich, die Hefe als solche zu Kultivieren und durch Reinzüchtung gezielt in Massen einzusetzen. Bierhefe ist also keine „Entdeckung“ des modernen Ernährungsbewusstseins und Trends zu natürlichen Wirk- und Nährstoffen, sondern vielmehr ein seit Jahrhunderten genutztes und bewährtes „Hausmittel“ für körpeliches Wohlbefinden und Schönheit von Haut, Haaren und Nägeln. So wurden die Schätze und Gaben der Natur, z. B. der Bierhefe, zur Pflege und Erhaltung dieser „Lebensqualitäten“ bestens genutzt.

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